Ohne viele Worte und einfach einmal zur Einstimmung, "Deliver Me" vom aktuellen Album von The Opposer Divine.
/ Weblink: The Opposer Divine
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
Das italienische Trio Ash Code hat sich dem Post Punk und Darkwave verschrieben und veröffentlichte seit seiner Gründung 2013 bereits zwei Singles und ein Album. Die zweite Single katapultierte den Act in Hochgeschwindigkeit mit gleich beiden Singleseiten (“Dry Your Eyes" und "Unnecessary Song") in die Düsterclubs. Wir sprechen hier von einer echten 7" Vinyl Single, die das griechische Label Geheimnis Records Anfang 2014 herausbrachte. Das Ash Code Debütalbum erschien dann aber letztendlich gegen Ende des Jahres auf dem Schweizer Label Swiss Dark Nights. Es enthält erneut die beiden Songs besagter erfolgreicher Single, birgt aber auch noch weit mehr gelungenes Material. Zum Beispiel den Titelsong "Oblivion", für den auch ein atmosphärisch passendes Video produziert wurde, welches nun hier zu sehen ist.
/ Weblink: Ash Code
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
Black Asteroid und Cold Cave. Das sagt vielen immer noch wenig. Martin L. Gore trug zwar ein Black Asteroid Fanshirt, als er das letzte Depeche Mode Album bei Letterman vorstellte, dieses wurde aber leider fast die ganze Zeit von seiner Jacke verdeckt. Und Cold Cave wurden als Vorprogramm der Nine Inch Nails von den Soundtechnikern und Lichtleuten ja auch eher verdeckt gehalten und kaum jemandem fiel auf, dass da bereits wer spielte. Das könnte sich nun ändern.
Die Beteiligten im Einzelnen: Der aus Minneapolis stammende Bryan Black begann seine Karriere als Sounddesigner für Prince und gründete später mit dem französischen Musiker Olivier Grasset das Techno House Projekt Motor, welches bei Mute unter Vertrag steht und daher etwas bekannter ist. Seit 2011 agiert er auch als Black Asteroid und veröffentlichte einige 12"s. Ende 2014 kam es dann zu einer gemeinsamen 12" mit Cold Cave, die nun auf dem Label CLR des Frankfurter Techno- und Schranzexperten Chris Liebing erschien. Cold Cave ist eine amerikanische Indiepop und Post Punk Band um Wesley Eisold, die auf bereits vier Longplayer seit der Gründung in 2008 zurückblicken kann. In unseren Regionen hatten sie 2013 mit dem post-punkigen "A Little Death To Laugh" einen kleinen Clubhit. Wie klingen die beiden nun gemeinsam? Dem sehr technoid treibenden Black Asteroid Sounds stehen Cold Cave Gesang und Swing richtig gut, finde ich zumindest. Prima Club-Electropop. Hier zum eigenem Urteil einmal der Titeltrack "Black Moon" besagter 12" Single von `Black Asteroid feat. Cold Cave´.
/ Weblink: Black Asteroid
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
Aus dem französischen Bordeaux stammt das Synthwave und Darkwave Projekt mit dem Namen h ø r d.
2014 veröffentlichte der Act seine erste Musikkassette auf dem französischen DIY Label Les Disques Anonymes. Zwei Songs dieses Tapes sicherte sich sofort das belgische Label Romance Moderne, für deren letzten Sommer als 12" Vinyl erschienenes zweites Compilation Album. Für das Frühjahr 2015 ist eine neue h ø r d EP als Vinylausgabe geplant. Die Vorabversion einer der dann enthaltenen Songs ist bereits als Teaser im Umlauf. Der Titel nennt sich "Lines" und wie man hört, scheinen h ø r d sich nun zusätzlich auch der düsteren Variante von Dream Pop zu widmen. Wenn auf der EP dann wieder ein schnellerer Post Punk oder Darkwave Track in gewohnter Form folgen sollte, kann eigentlich nichts mehr schief gehen und die EP h ø r d zu mehr Bekanntheit verhelfen.
2014 veröffentlichte der Act seine erste Musikkassette auf dem französischen DIY Label Les Disques Anonymes. Zwei Songs dieses Tapes sicherte sich sofort das belgische Label Romance Moderne, für deren letzten Sommer als 12" Vinyl erschienenes zweites Compilation Album. Für das Frühjahr 2015 ist eine neue h ø r d EP als Vinylausgabe geplant. Die Vorabversion einer der dann enthaltenen Songs ist bereits als Teaser im Umlauf. Der Titel nennt sich "Lines" und wie man hört, scheinen h ø r d sich nun zusätzlich auch der düsteren Variante von Dream Pop zu widmen. Wenn auf der EP dann wieder ein schnellerer Post Punk oder Darkwave Track in gewohnter Form folgen sollte, kann eigentlich nichts mehr schief gehen und die EP h ø r d zu mehr Bekanntheit verhelfen.
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
Twice A Man aus dem schwedischen Göteborg sind seit bereits 33 Jahren als Band aktiv. "Alte Säcke, die zwar mal in den 80ern mit `Decay´ einen richtig soliden Club-Evergreen hervorbrachten, aber sonst nur unter `ferner liefen ´gehandelt werden", sagt so manch jüngerer Hörer von Synthie-Pop und Synthwave. Kann ich nachvollziehen, denn die Band veröffentlichte zwar immer weiter regelmäßig Tonträger, seit den frühen 90ern wurde ihr Material aber stetig ruhiger. Sie schwankten vorwiegend zwischen softem, aber sperrigem Kunst-Pop und chilligem Electro Ambient.
Das Interesse am Synthwave haben Dan Söderqvist und Karl Gasleben dennoch nie verloren. Sie ließen sich in den letzten Jahren für Festivalauftritte buchen und gaben dann dort auch wieder waviges, aus ihren Anfangstagen, zum Besten.
Gerade jetzt, sind sie wieder durch einen Remix für das argentinische Synthwave Duo Volkova im Gespräch und haben noch weit mehr im Studio gewerkelt: 2015 werden sie ein Album im alten Stil veröffentlichen. Also wieder dort angeknüpft, wo sie 1988 mit ihren Album "Driftwood" erfolgreich den Geist der Synthwaveszene trafen. Perfekter Zeitpunkt, mutmaße ich, denn diese Szene ist seit 2012 so groß geworden, wie sie seit Ende der 80er nicht mehr war, bevor
sie von Technopop und später Futurepop abgelöst wurde. Zwei Spielarten, die leider etwas zur Fließbandproduktion und oberflächlichen Partymusik verkommen sind. 2015 also lange melodische Synthflächen zu elektronischen, aber erdigen Beats plus dem geliebt, sanften Gesang, auch wieder von den Urgesteinen Twice A Man. Hier einmal ein Teaser, bestehend aus drei angespielten Songs, vom kommenden Album, die da heißen "Eyeless In Gaza (Here Comes The Rain)", "A World Is Gone" und "Black".
/ Weblink: Twice A Man
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
Stimmt, sehr viel Synthwave diesmal. Nun wird es aber wieder etwas härter: Die British Murder Boys sind das gemeinsame elektronische Projekt der beiden, natürlich britischen, DJs und Dark Tech Klangdesigner Surgeon (Anthony Child) und Regis (Karl O'Connor). Unter diesem Namen treten die beiden bereits seit 2001 unregelmäßig und sehr ausgesucht im internationalen Raum auf. Eine ihrer seltenen Performances fand im April 2013 in Tokyo statt und soll nun endlich als DVD herausgebracht werden. Das bisher albumlose Projekt veröffentlichte im Sommer bereits vorab drei Ausschnitte aus diesem Konzert als nunmehr siebte 12" Single der British Murder Boys.
Für Leute die mit Techno nie viel am Hut hatten, mögen BMB leider lediglich nach anstrengendem, drögem und sehr minimalen Tribal Techno Geholze klingen. Wer sich aber auf solche Sounds einlassen kann, wird hypnotische Beats in tiefdüsterer Atmosphäre finden. Hier zum Hineinschnuppern einmal ein Titel aus der besagten vorab 12". Er nennt sich "As Above So Below" und hat sogar Gesang dabei. Auf der DVD wird das optisch natürlich anders ausschauen. Dann gibt es auch ein wenig Farbe und außer den Projektionen werden dann auch noch schwarze Kapuzenmänner sowie viel Nebel zu sehen sein, wie ein DVD Teaser verrät, der bereits in Umlauf ist.
/ Weblink: British Murder Boys
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
Weekend Wolves nennt sich ein Hamburger Elektronikprojekt, das sich düster shoegazigen Soundscapes widmet. Es gibt also keine Lieder zu hören, aber auch keine ausufernden Ambientprogrammierungen, sondern knackige, maximal vierminütige und kurzweilige kleine Klangausflüge, die einen schnell gefangen nehmen. Musikalisch gesehen möchte ich fast von einer deutschen Parallele zum amerikanischen Act Without You, I'm Hunting Them sprechen, welchen ich in einem früheren Blogeintrag bereits einmal kurz vorgestellt habe.
90s Dream Pop, flächige Horror Soundtracks, Vaporwave Synth und `willkommenes Futter für den Düsterromantiker mit erhöhtem Anspruch´, waren dabei damals die Schlagworte und diese treffen also auch hier sehr gut zu. Bisher gibt es lediglich zwei Singles der Weekend Wolves, die erste erschien als 7" Vinyl und die aktuelle als CD inklusive Poster. Beide Singles sowie ein weiterer Track sind im Bandcamp auch als Download erhältlich. Man mag sich fragen, warum ein dermaßen unbekannter Act bereits knapp 8.000 Facebook und 3.500 Soundcloud Verfolger haben kann. Nun, ein Videoclip zu einem früheren Demotrack (!) `ging viral´, wie es heute so schön heißt und verbucht bisher bereits eine Millionen Views bei Youtube. (Der Titel hieß "Karma" und zu sehen war und ist ein skurriler 60er Jahre Verkehrssicherheitsfilm mit Rad fahrenden Kindern, die Affenmasken tragen.) Zum Hineinhorchen hier aber nun die A-Seite der aktuellen Single "Control“, die shoegazig hypnotisch daherkommt. Die ebenfalls gute B-Seite "Midnight" geht dagegen etwas peppiger und sehr rhythmisch zur Sache.
/ Weblink: Weekend Wolves
/ Weblink: Weekend Wolves
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
Ich kann mich erinnern, als wäre es gestern gewesen, wie ich 1995 zum Premastering der "Return Of The Banshee" Compilation im
Profistudio saß und wir das Endresultat des Chris & Cosey Songs "Passion" noch einmal vor den Hi-End Boxen sehr laut abhörten. Ich fühlte mich spontan daran erinnert, wie ich als kleiner 11-jähriger zum ersten Mal den Bereich `Wellenbad´ im örtlichen Freibad betrat. Es rollt bebend auf dich zu, presst gegen dich, dann bist du mitten drin und es fühlt sich trotz seiner enormen Energie verdammt gut an.
Aber genug geschwärmt und zu den Fakten: 2003 erfolgte die Umbenennung von Chris & Cosey in Carter Tutti. Begründet wurde dies damit, dass aufgrund einer langfristigen Entwicklung das damals gegenwärtige Konzept nicht mehr mit dem der Anfangszeit identisch war. Als `Chris & Cosey´ hatten sie zuvor 14 Alben und 11 Singles veröffentlicht, die zum Großteil Kultstatus besitzen, was hypnotische, elektronische Musik angeht. Bereits 1981 aus der britischen Industrial Legende Throbbing Gristle erwachsen, machte das Duo elektronischen Trance, lange bevor die Musikrichtung Techno überhaupt erfunden wurde. Wie sich eine Dekade später zeigte, hatten Carter Tutti keinen endgültigen Schlussstrich unter ihre Vergangenheit gezogen, denn bei ihren Livekonzerten Anfang 2014 boten sie die 5-track CD "Carter Tutti Remix Chris & Cosey" zum Verkauf, die Neubearbeitungen einiger Chris & Cosey Klassiker enthielt. Für den Februar 2015 kündigen sie nun ein ganzes Album dieser Art an, welches sogar noch weiter geht, indem Songs nicht nur remixt, sondern komplett neu eingespielt wurden. Das moderne Duo Carter Tutti covert also sozusagen sein früheres Ich namens Chris & Cosey und dessen Hits der 80er und 90er einfach selbst. Die 2x12" Vinylversion des Albums wird als Bonus auch noch einmal alle Titel der angesprochenen Tour CD enthalten. Den ersten musikalischen Eindruck gibt es hier mit der Neuaufnahme von "Sin", in einer leicht gekürzten Vorabfassung, zu hören.
Aber genug geschwärmt und zu den Fakten: 2003 erfolgte die Umbenennung von Chris & Cosey in Carter Tutti. Begründet wurde dies damit, dass aufgrund einer langfristigen Entwicklung das damals gegenwärtige Konzept nicht mehr mit dem der Anfangszeit identisch war. Als `Chris & Cosey´ hatten sie zuvor 14 Alben und 11 Singles veröffentlicht, die zum Großteil Kultstatus besitzen, was hypnotische, elektronische Musik angeht. Bereits 1981 aus der britischen Industrial Legende Throbbing Gristle erwachsen, machte das Duo elektronischen Trance, lange bevor die Musikrichtung Techno überhaupt erfunden wurde. Wie sich eine Dekade später zeigte, hatten Carter Tutti keinen endgültigen Schlussstrich unter ihre Vergangenheit gezogen, denn bei ihren Livekonzerten Anfang 2014 boten sie die 5-track CD "Carter Tutti Remix Chris & Cosey" zum Verkauf, die Neubearbeitungen einiger Chris & Cosey Klassiker enthielt. Für den Februar 2015 kündigen sie nun ein ganzes Album dieser Art an, welches sogar noch weiter geht, indem Songs nicht nur remixt, sondern komplett neu eingespielt wurden. Das moderne Duo Carter Tutti covert also sozusagen sein früheres Ich namens Chris & Cosey und dessen Hits der 80er und 90er einfach selbst. Die 2x12" Vinylversion des Albums wird als Bonus auch noch einmal alle Titel der angesprochenen Tour CD enthalten. Den ersten musikalischen Eindruck gibt es hier mit der Neuaufnahme von "Sin", in einer leicht gekürzten Vorabfassung, zu hören.
/ Weblink: Carter Tutti
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
Mane ist eine Girlband aus Kalifornien. Sie experimentieren von Gitarrenpop über Punk bis zu Garage-Rock. Nachteil, Maze klingen immer etwas arg `amerikanisch´, also etwas sehr sonnig und den Rockklischees verhaftet. Mane Mitglied Chelsea Woodard startete aber nun gemeinsam mit Betsy Roszkowiak von der Noiserockband Warm White ein Nebenprojekt, welches Le Skeleton heißt, auch einen kleinen Synthesizer an Bord hat und im Ergebnis wirklich urwavig klingt. Wavig jetzt nicht im Sinne von Darkwave und Goth, sondern von New Wave und leicht sperriger Clubmusik, wie sie in den 80ern noch sehr massiv auch auf den schwarzen Tanzflächen zu finden war. Das gelbe, erste B52s Album, die punkigen ganz frühen Devo ("Mongoloid") und die britischen Acts Wire und Spizz Energi ("Soldier, Soldier") seien als vielleicht noch bekannte Beispiele genannt. "Cut Your Finger" heißt der erste Le Skeleton Song, der jetzt auch käuflich als mp3-Download zu erwerben ist. Wir wollen von solch schön schrägen Lo-Fi Minimalsounds aber natürlich keine mp3s, sondern eine echte 7" Single im hübsch kultigen Retro 80s DIY Cover Artwork. Vielleicht kann man den Zähler bei Youtube ja etwas vorantreiben, damit Chelsea mehr Mut findet eine Eigenpressung zu wagen oder leichter einen Sponsor findet? Einfach mal ausprobieren, indem man "Cut Your Finger" von Le Skeleton hier abspielt:
/ Weblink: Le Skeleton
/ Weblink: Le Skeleton
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
Das war es fast schon wieder. Diesmal zum Abschluss kein `Technoklopfer´. Aber, da ich den Lesern ja bei einer abschließenden Kopfwiederbefreiung von all dem Gehörten gerne behilflich bin, gibt es auch eine alternative Lösung: Was wir noch in gar keinem Blogeintrag mit dabei hatten war Industrial Noise. Also, keine am Rechner designten experimentellen Geräuschcollagen, sondern echten rhythmischen Lärm, mit Frequenzen, die auch ein klein wenig weh tun sollen und im Normalfall live eingespielt wurden. In New York City fabrizieren Michael Berdan und Ryan Martin so etwas bereits seit 2009. York Factory Complaint, nennen sie ihr Projekt und "Lost In The Spectacle" das aktuelle Album. Dies wurde ungewöhnlicher Weise sogar als Vinyl 12" veröffentlicht. Ihre 15 vorherigen Releases kamen noch ganz stilecht als limitierte Musikkassette daher. Im Noisebereich war die MC nie weg, daher wunderten mich die zahlreichen Artikel um das Kassettenrevival im letzten Jahr etwas, die sich gaben, als hätte man erst einmal alte Maschinen aus dem Keller holen und entrosten müssen. MCs werden wieder vermehrt verkauft, sonst keine Änderung. Aber ich will nicht abschweifen und entrosten ist auch genau das Stichwort: Wie gesagt, es könnte spätestens ab der zweiten Hälfte ein klein wenig zwicken, aber dann sind Ohren und Kopf wieder frei. Hier der Titel "Forgotten" von York Factory Complaint. Keine Bange, der "Sänger" ist nicht krank, das muss so. Gute Fahrt.
/ Weblink 1: York Factory Complaint (Aktuelles Album)
/ Weblink 2: York Factory Complaint (Alter katalog)
/ Weblink 2: York Factory Complaint (Alter katalog)
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
