Paul Régimbeau nennt sein Projekt Mondkopf und seine Klänge können massive Krater hinterlassen. Druckvoll urbane Industrial-Techno-Beats treffen auf düsterromantische Melodien, die mittels wirklich innovativer Sounds umgesetzt wurden. Die hochauflösenden Videoprojektionen die er bei seinen raren Liveauftritten verwendet, erinnern an die großartigen Performances einiger Raster-Noton Acts und runden das Gesamtprojekt Mondkopf perfekt ab.
Hier im Clip erhält man sowohl optisch als auch akustisch einen Eindruck, was sich im Kopf des Franzosen so abspielt, wenn er zwischen seinen dunklen elektronischen Soundscapes gerade einmal wieder mittels fetter Drums einen richtig schön tiefen neuen Krater modelliert.
Der Titel "Cause & Cure" stammt von seinem im Februar erschienenen Album "Hadés", das sowohl als Vinyl LP als auch als CD binnen weniger Tage bereits ausverkauft war. Restexemplare sind nur noch mit Glück in einigen Shops zu finden.
/ Weblink: Mondkopf
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Dark Rave, Gravewave, Blood Wave - Alles weder Tippfehler noch Erfindungen, sondern lediglich verschiedene Beschreibungsversuche des Klanges, der die größte Kammer des Witch House füllt. Dort hört man dem Futurepop und Chillwave ähnliche Ravesounds, aber in einer weit düsteren, schleppenderen und hymnisch bombastischeren Ausprägung.
Während die Witch House Helden der ersten Stunde mittlerweile eher experimentelle Wege einschlugen, um zum Beispiel zu erforschen, wie weit man Pop- und Hip Hop Tracks verlangsamen kann ohne dabei wahnsinnig zu werden ("Drag" nennt sich diese Stilrichtung), finden sich immer wieder neue Acts ein, die den guten alten klassischen "2010er Rave Sound" weiterhin bevorzugen.
Aktuell empfehlenswerteste Bestreiter dieser originalen Spielart sind M‡яc▲ll▲, Sidewalks and Skeletons, Fraunhofer Diffraction und Радoсть Моя (ehemals ɪɲ ʕʰɘɼrʏ ɟȺɱɨʟʮ). Alle sind im Bandcamp zu finden. Hier einmal als Beispiel, wie man eine richtig duster-ravige Wall Of Sound errichtet, ein aktueller Titel von Радoсть Моя.
/ Weblink: Witch House
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/ Weblink: 3TƎETH USB Stick
Gehen wir mal noch nicht ganz weg vom Witch House. Man nehme einen Act, der die amerikanische Spielweise des Electro-Industrial - also die mit eingestreuten Brachial-Gitarrensounds - bevorzugt, lasse einen Witch House Act einen Remix davon machen und das Ergebnis überrascht: Die Gitarrenriffs und Rave-Fanfaren scheinen sich gegenseitig neutralisiert zu haben und übrig bleibt ein Dark Electro Track alter Schule und europäischer Bauweise mit Tanzflächenpotential.
Dieser Remix von M‡яc▲ll▲ ist gerade auf einem limitierten USB-Stick in Weißheitszahnform der Band 3TƎETH erschienen. Wie Mondkopf (s.o.) ist auch er bereits vergriffen, aber mit ganz viel Glück noch bei einem der Mailorder zu ergattern. Jedenfalls jetzt hier zu hören: 3TƎETH im M‡яc▲ll▲ Remix:
Dieser Remix von M‡яc▲ll▲ ist gerade auf einem limitierten USB-Stick in Weißheitszahnform der Band 3TƎETH erschienen. Wie Mondkopf (s.o.) ist auch er bereits vergriffen, aber mit ganz viel Glück noch bei einem der Mailorder zu ergattern. Jedenfalls jetzt hier zu hören: 3TƎETH im M‡яc▲ll▲ Remix:
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/ Weblink: Factice Factory
Factice Factory nennt sich eine neue Band aus der Schweiz und in Kürze wird ihr Debütalbum "The White Days" erscheinen. Sie bewegen sich irgendwo zwischen Cold Wave und Post Punk und schwenken dann doch wieder zum Darkwave. Das bedeutet nicht etwa Unentschlossenheit, sondern gleich drei gute Dinge auf einmal! Schön, dass etwas mit so ursprünglichem 80er Wave-Appeal und dem Charme einer schlichten Homerecording 4-Spur Aufnahme überhaupt noch jemand macht. Hier zwar nur mit Standbild aber gut hörbar der Demotrack "Collide", der bereits erinnert, wie funktional früher ein Minimalstudio war. Da muss was lauter, da muss was leiser - vergiss es - das muss genau so wie es ist, das ist "Bauch und Seele Direktrecording", wie damals in den 80ern.
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Die TV Serie "Game Of Thrones" um Ritter und Adelshäuser kann man mögen oder auch nicht. Jedenfalls gönne ich Chelsea Wolfe jeden Dollar, den sie für die Bereitstellung ihres Titels "Feral Love" als Titelmelodie für die aktuelle Staffel erhält. Für meinen Geschmack kommt dieser Track im optischen Originalgewand aber noch viel besser rüber. Das Video mit dem Song aus dem letzten Herbst wurde erst kürzlich veröffentlicht und ich möchte in Zweifel stellen, dass diesen Clip jemand in 2014 in Sachen Düstermelancholie und Intensität noch toppen kann. Wer ihn noch nicht kennt, bitte hier starten und mit einem "Wow, das hat Stil" quittieren.
/ Weblink: Chelsea Wolfe
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Melancholie und Stil kommt hin, aber es geht doch düsterer, mag sich der ein oder andere nun denken. Und ja, zufällig wurde gerade die vielleicht wichtigste Veröffentlichung der Sparte Cold Wave des letzten Herbstes im Bandcamp digital zugänglich gemacht, da das Album als Vinyl + Bonus CD längst restlos ausverkauft ist.
"Legacy From A Cold World" heisst das Album der Franzosen von Black Egg um den Produzenten Anthon Shield (auch bekannt durch Klassiker wie Norma Loy und Die Puppe) das Cold Wave mit Dark Ambient und rhythmischen Synth Wave verschmolz. Hier ein eher ruhiger Black Egg Titel in die finsterelektronische Dark Ambient Richtung.
/ Weblink: Black Egg
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Der Tag wird kommen und die Bestial Mouths werden einen für ihre Verhältnisse eingängigen Song veröffentlichen, der sie endgültig aus ihrem Schattendasein im toten Winkel befreit. Momentan ist die Band aus Los Angeles noch eher Hörern mit Diamanda Galas und Christian Death (mit Gitane Demone am Mikrofon) Vergangenheit ans Herz zu legen, weil sie doch eher spröden, dafür aber auch sehr konsequenten Stoff bietet. Wenn man also noch nichts in der experimentellen Goth Richtung des Brachialchanson gewohnt ist und bislang Siouxsie & The Banshees und Diva Destruction für einen guten Gothic Trip völlig ausreichten, vielleicht erst einmal vorsichtig nähern. Das Musikvideo zu "Ceased", dem Opener ihres aktuellen Albums zeigt die Bestial Mouths radikal wie sie sind. Kommendes Material soll zwar nicht undüsterer sein, musikalisch aber etwas versöhnlicher klingen, munkelt man. Wir lassen uns überraschen und sollte ein Song mit etwas mehr Melodie ihnen dann den Durchbruch verschaffen, könnt ihr ab nun zumindest lässig sagen "Die kannte ich schon, als sie noch richtig böse und goth waren".
/ Weblink: Bestial Mouths
